Modernes Handspinnen (Art  Spinning) Heute stehen der Spinnerin eine große Auswahl von unterschiedlichsten Fasern zum Verspinnen zur Verfügung:  Tierische Fasern wie Schafwolle von verschiedenen Schafrassen, des weiteren Alpaka-, Angora- und Seidenfasern;  pflanzliche Fasern wie Baumwoll-, Leinen-, Bambus- oder Sojafasern sowie synthetische Polyesterfasern und viele  andere.  Ebenso haben sich neue Spinntechniken entwickelt. War es früher ein Zeichen von Güte, wenn der Faden  äußerst gleichmäßig gesponnen wurde, so werden beim modernen Spinnen Unregelmäßigkeiten wie Verdickungen  künstlerisch eingearbeitet. Das Ergebnis ist ein sehr individuelles modernes Garn mit viel Charakter. 
Schnee und Eis Die naturweiße Schafwolle wurde mit silbrigblau irisierten  Polyesterfasern gemischt (kardiert). Die weiße Bergschafwolle  wurde im langen Auszug gesponnen und ist daher sehr weich und  flauschig, wie frisch gefallener Schnee. Der blaue Faden ist aus  Bambusfaser gesponnen. Um das Glitzern hervorzuheben, wurde  ein silbern-metalischer Faden mitverzwirnt.  Bambusfaser ist von  Natur aus glänzend und glatt und soll hier an Eis erinnern.   
Sonnenschein Naturweiße und gelb gefärbte Bergschafwolle wurden mit  naturweißer Tussah-Seide gemischt. Der Seidenanteil beträgt ca.  15%. Die Bergschafwolle fühlt sich durch das Zumischen der  Seiden geschmeidiger an und bekommt leichten Glanz. 
Alpaka trifft Bambus Hier wurde ungefärbtes naturgraues Alpaka-Haar versponnen.  Alpakafasern sind sehr weich und sind angenehm auf der Haut.  Die Bambusfasern sind glänzend und seidig. Die beiden Fäden  sind unregelmäßig verzwirnt und bilden so rote Noppen. 
Ummantelungstechnik  Bei dieser Technik wird ein bereits verzwirntes Garn (meist ein handelsübliches  maschinengesponnenes Garn) zuerst überdreht. Dieses bildet später den Kern  des Fadens. Anschließend wird in Gegenrichtung das Kerngarn mit Fasern  umwickelt.  
Mischen von Fasern  Man kann Fasern  durch Kardieren vermischen.   Durch Zusammenkardieren unterschiedlicher Fasern wie zum Beispiel Wolle  und Seide können die Eigenschaften der beiden Fasern kombiniert werden. So  wird schon bei einem 20%igen Seidenanteil der Wollfaden leicht glänzend  erscheinen und sich glatter  anfühlen.  Das Mischen von Fasern mit unterschiedlichen Farben ergibt ein Garn mit  schönen Farbverläufen.  
Noppen und Farbtupfer Gefärbte, aber nicht kardierte Schafwolle-Locken werden in kleine Stücke  geschnitten. Diese Farbfussel werden zusammen mit einem bereits  kardierten lockeren Schafwollvlies ankardiert, sodass sich die beiden  Faserntypen vermischen. Man sollte aber hier nicht zu stark kardieren, denn  die Farbfussel sollen sich beim Kardieren nicht auflösen, sondern erhalten  bleiben.
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Viele Spinnerinnen färben ihre selbstgesponnene Garne heute  auch gerne wieder selbst. Je nach Vorlieben können die Garne  mit Naturmaterialien gefärbt werden, oder es werden  handelsübliche Textilfarben verwendet.  Mit dem fertigen Garnknäuel in Händen ist das kreative  Schaffen aber noch nicht beendet: die Wolle wird verstrickt,  gehäkelt oder gewebt. Auch das Strickfilzen ist eine  Möglichkeit der Weiterverarbeitung.  
Wollkreationen Bei den hier gezeigten Mustergarnen wurde hauptsächlich regionale Schafwolle (Wolle vom Tiroler Bergschaf) verarbeitet.  Um die Eigenschaft der Wolle zu beeinflussen oder Glanzeffekte zu erzielen, wurden anderen Faserarten zugemischt.  
Blau in blau Hellblaue und dunkelblaue Schafwolle und blaue Seidenfasern  wurden um ein maschinengesponnenes Garn gewickelt. Diese  Spinntechnik wird als Ummantelung bezeichnet. Das fertige  Produkt wirkt sehr glatt, da nicht - wie sonst üblich - zwei Fäden  verzwirnt wurden.   Das Garn darunter ist hell und kommt an manchen Stellen zum  Vorschein.
Konfetti Naturweiße Schafwolle wurde mit bunten Schafwoll-Stückchen  leicht kardiert und im kurzen Auszug versponnen. 
Feuer Gelbe, orange und rote Bambusfasern wurden zu einem dünnen  Faden versponnen. Der Faden wurde in Schlingen verzwirnt,  sodass die entstandenen Fransenspitzen wie Flämmchen  herausstehen. Der Basisfaden stammt von schwarzen Schafen und  erinnert hier an Holzkohle.  
Schnecken (Coils)  Die Schafwolle (Bluefaced-Leicester) wurde abwechselnd dick und  dünn gesponnen. Die dicken Stellen des Wollfadens wurden beim  Verzwirnen zusammengeschoben, sodass  Schnecken entstanden  sind.
Fantasie Die Wirkung des Garns entsteht durch das Vermischen  unterschiedlichster Fasern und Farben. Diese Fasern (Schafwolle,  Seidenfäden und Glitzerfäden) wurden nur leicht kardiert, sodass  sie ein Vlies bilden, welches dick um einen Kernfaden gesponnen  wurde. Verzwirnt wurde mit einem dünnen Industriegarn. 
Beispiele von Werkstücken Eine ärmellose Jacke für Kinder Leuchtende Frühlingsfarben für die ersten warmen Frühlingstage im  Jahr. Trotzdem hält die Schafwolle auch schön warm. 
Hauspatschen handgemacht durch Spinn- Strick-Filzen Die naturgraue und schwarze Schafwolle wurde zu einem recht  dicken Faden versponnen. Nach dem Stricken (Nadelstärke Nr. 8)  wurden die Patschen mit Kreuzstich und Festonstich bestickt. Das  fertige Strickwerk wurde in der Waschmaschine bei 60°C gewaschen  und dabei verfilzt. 
Zartes für den Hals Für diesen gehäkelten Schal wurde schwarze und grüne Seide um eine  handelsübliche, einfache Wolle gesponnen (Ummantelungstechnik).  Die entstandene Qualität fühlt sich gleichzeitig schwer und zart weich  an und  hat einen wunderschönen Seidenglanz.  
Türkranz mit Kordel Dieser Türkranz wurde mit einer handgesponnenen Kordel aus blau-  grüner Schafwolle und Holzperlen verziert. Die Schafwolle wurde in Z-  Richtung versponnen und auch in Z-Richtung verzwirnt. Zum  Verzwirnen wurde das handgesponnen Schafwollgarn um den straff  gespannten Kernfaden eng gewickelt, sodass der Kernfaden nicht mehr  sichtbar ist..
Zwirntechniken für die Herstellung von Effektgarnen
Spiralfaden Ein dicker Einzelfaden wird in Z-Richtung mit geringen Drall verdreht. Der  zweite Einzelfaden ist ein dünner, aber sehr kompakter und fest in Z-Richtung  verdrehter  Einzelfaden. Die beiden Einzelfäden werden in S-Richtung  verzwirnt.  
Unregelmäßige Noppen Zwei Einzelfäden werden in Z-Richtung gesponnen. Bei Verzwirnen (in S-  Richtung) wird stellenweise der eine Einzelfaden zurückgehalten, damit sich  der andere (rote) Faden um eine Stelle öfters wickeln kann. Besonders  effektvoll wirkt dieses Garn, wenn der Einzelfaden für die Noppen aus  glänzenden Fasern gesponnen wurde. 
Vierfach verzwirnt / Cable Die Einzelfäden wurden ist Z-Richtung gesponnen und anschließend zwei  Fäden in S-Richtung verzwirnt. Bei diesem ersten Verzwirnen wurden die  Fäden überdreht, damit sie anschließend, diesmal in die Z-Richtung, verzwirnt  werden konnten. Das fertige Garn ist viersträngig und runder als ein zweifach  verzwirntes Garn. 
Fransen gestalten  Einer der beiden Fäden wird an einigen Stellen mit sich selbst verzwirnt. Es  entstehen dadurch Schlingen, die sich wie kleine Spitzen vom Hauptfaden  abheben. Diese Schlinge wird durch eine Umwicklung mit dem Hauptfaden  verankert. 
Kardiertechniken für die Herstellung von Effektgarnen
Wickelrock Eine Zierkordel wurde auf einen Baumwoll- Rock aufgenäht. Zuerst  wurde die Schafwolle in der Dick-Dünn-Technik versponnen und beim  Zwirnen um den Kernfadeneng gewickelt. Der Rock ist nach einem  einfachen Schnittmuster für Wickelröcke genäht. 
handgefärbter Wollstrang
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