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Der Drall  Der Drall hält die Fasern zusammen und ist somit die Grundlage des Spinnens und der  gesponnenen Wolle. Bildlich betrachtet, könnte man Drall auch als “Kleber”, der die Fasern  zusammenhält, bezeichnen.   Z- und S-Richtung Die Fasern können in Links- oder Rechtsrichtung miteinander verdreht werden. Werden sie in  Rechtsrichtung verdreht (das Spinnrad wird also nach rechts gedreht, also im Uhrzeigersinn), wird  dies als Z-Richtung bezeichnet. Dreht man das Schwungrad nach links, also entgegen dem  Uhrzeigersinn, dann entsteht ein Drall, der als S-Richtung bezeichnet wird. Die  Bezeichnung Z und  S bezieht sich auf die Schrägrichtung der Federstriche bei den beiden  Buchstaben.  Meistens  werden die Einfachfäden in Z-Richtung gesponnen. Zum Verzwirnen wird dann in die  entgegengesetzte Richtung, also mit S- Drehung, verdreht.   S Z Dünne und dicke Garne Dünnere Garne brauchen mehr Drall als dicke Fäden.  Je dünner das Garn, desto höher muss die  Anzahl der Drehungen pro cm sein, um denselben Drehungswinkel zu erreichen als bei einem  wesentlich dickeren  Garn.  Daher gibt es bei manchen Spinnrädern unterschiedliche  Übersetzungen.  Je kleiner die Spulenscheibe gewählt wird, desto schneller dreht sich die Spindel.  Kompaktheit des Garns Unabhängig von der Dicke des Garns gilt: wenn man die Anzahl der Drehungen erhöht, wird das  Garn fester und kompakter. Der Drall beim Zwirnen Der Drall beim Zwirnen soll den Drall vom gesponnenen Faden aufheben, sodass ein  ausgewogenes Garn entstehen kann.  Die beste Methode ist eine Zwirnprobe, d.h. den gerade  gesponnenen  Faden mit sich selbst verzwirnen lassen.  Wenn man die Zwirnprobe mit einen schon  länger auf der Spule aufgewickelten Faden machen würde,  würde sich die Zwirnprobe nicht genug  zurück verdrehen: denn die Wollfasern gleichen den Drall zu einem gewissen Teil aus. Naturfasern  arbeiten! Eine Möglichkeit, um ein ausgewogenes Garn herzustellen, wäre, grundsätzlich eine  Zwirnprobe zu Beginn eines Spinnprojektes durchzuführen und diese Zwirnprobe für später, wenn  die Spule(n) verzwirnt werden, aufzuheben.  Ansonsten neigt man dazu, beim Verzwirnen zu wenig  Gegendrall zu geben.  Was aber, wenn das fertige Garn doch zu viel oder zu wenig  Drall hat? Zuwenig Drall:  Zu wenig Drall beim Verspinnen würde ein zu wenig kompaktes Garn ergeben. Es kommt natürlich  darauf an, was man mit der fertigen Wolle / dem Garn anschließend vorhat. Für Socken darf es  ruhig ein etwas kompakteres Garn sein, für  eine kuscheligen Winterpulli kann es auch etwas  weniger sein. Zuwenig Drall beim Zwirnen bedeutet, dass sich die Einzelfäden beim Verstricken   „aufspreiseln“  (auseinander gehen).  Es ist dann schwieriger beide (alle) Einzelfäden immer auf den  Nadeln zu halten.   Zuviel Drall:  Beim Verspinnen der Fasern würde ein Zuviel an Drall bedeuten, dass der Einzelfaden zu kompakt  wird. Ich denke aber, dass dies so gut wie nie passiert, denn wenn man den kuschelig weichen  Winterpulli schon beim Spinnen vor sich sieht, dann wird man nicht einen harten Strick spinnen. Ein  Zuviel an Drall beim Verzwirnen würde ein unausgewogenes Garn bedeuten. Dies bedeutet, dass  sich das Strickwerk verzieht (Beispiel: siehe Foto) In der angloamerikanischen Literatur wird  fallweise angeraten, die nasse Wolle auszuhängen. Davon würde ich eher abraten. Denn dadurch  verliert die Wolle ihre natürliche Elastizität: Wolle ist eine Naturfaser und sollte entsprechend  schonend behandelt werden. Eine schonende Methode wäre, die Wolle etwas anzufeuchten und  den Fasern etwas Zeit zu geben, sich an die neue Lage zu gewöhnen. Beispielsweise könnte man  sie auf der Kreuzhaspel trocknen lassen. Denn Wolle kann bis zu einem gewissen Maß ein Zuviel an  Drall ausgleichen.   Besonderheit des Dralls beim Flachs-(Leinen)spinnen Flachsfasern haben eine natürliche Spirale in Z-Richtung. Beim Trocken verdreht sich Flachs schon  allein in S-Richtung (Walsh 2007). Daher wird Flachs immer (schon bei den alten Ägyptern) in S-  Richtung gesponnen  (Meertens 1981). 
Literaturliste Walsh Penny. Handbuch Garne. Haupt: Bern (2007).  Meertens Miriam. Das grosse Spinnbuch. Paul Haupt Verlag: Bern und Stuttgard (1981).  Gibson Brenda. Spinnen - Leicht gemacht. Leopold Stocker Verlag: Graz und Stuttgart (2012). 
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